Konflikte in Gemeinschaftspraxen früh klären
Viele Konflikte in Gemeinschaftspraxen entstehen schon vor dem ersten Praxistag. So klären Praxispartner:innen Erwartungen früh und arbeiten dauerhaft gut zusammen.
Die meisten Konflikte in einer Gemeinschaftspraxis entstehen nicht im Alltag, sondern lange davor – oft vor dem ersten gemeinsamen Praxistag. Sichtbar werden sie erst, wenn der Betrieb längst läuft und die Zusammenarbeit schon spürbar leidet. Unterschiedliche Vorstellungen zu Medizin, Führung, Personal, Gewinnverteilung oder dem Umgang mit Patient:innen wirken dann wie Sand im Getriebe.
Meine Erfahrung aus der Begleitung von Praxispartnerschaften ist eindeutig: Je früher Sie diese Themen offen ansprechen, desto größer ist die Chance auf eine ruhige und dauerhaft tragfähige Zusammenarbeit.
Warum es zwischen Praxisinhaber:innen überhaupt knirscht
Wer eine Praxis gemeinsam führt, bringt eigene Werte, Ziele und Erfahrungen mit. Das ist völlig normal und oft sogar eine Stärke. Schwierig wird es erst, wenn diese Unterschiede unausgesprochen bleiben, sich nach und nach zu Missverständnissen verdichten und irgendwann die tägliche Arbeit belasten.
Meist reibt es sich an denselben Stellen: an der Rollenverteilung und am Führungsstil, an der Organisation der Abläufe, an Personalentscheidungen, an finanziellen Fragen wie der Gewinnverteilung, am Umgang mit Patient:innen und an den langfristigen Zielen für die Praxis. Wer diese Themen kennt, kann sie gezielt ansprechen, statt sie dem Zufall zu überlassen.
Frühzeitige Klärung ist der eigentliche Erfolgsfaktor
Die gute Nachricht: Die meisten dieser Punkte lassen sich schon vor dem ersten Praxistag klären – idealerweise, bevor der Gesellschaftsvertrag der Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) unterschrieben ist. Entscheidend ist dabei weniger, in allem einer Meinung zu sein, als die Bereitschaft, offen zu reden und kompromissfähig zu bleiben.
Eine gemeinsame Praxisführung trägt vor allem dann, wenn Sie wissen, wie Ihr Gegenüber „tickt”, seine Werte und Prioritäten verstehen, offen kommunizieren und bei gegensätzlichen Meinungen lösungsorientiert aufeinander zugehen. Genau diese Grundlagen habe ich im Whitepaper „Praxispartnerschaft, die funktioniert” zusammengefasst – Sie können es auf meiner Seite zu Gemeinschaftspraxen & BAGs kostenlos anfordern.
Offene Kommunikation aktiv gestalten
Damit es gar nicht erst zu verhärteten Fronten kommt, empfehle ich vier Dinge: frühzeitige Gespräche über Erwartungen, Ziele und Prioritäten, klare Vereinbarungen für die kritischen Themen, regelmäßige Check-ins während des Praxisaufbaus und – bei den heiklen, persönlichen Fragen – eine neutrale Moderation von außen.
Verschiedene Meinungen dürfen sein. Sie müssen sogar sein. Entscheidend ist nicht, dass Sie Konflikte vermeiden, sondern dass Sie sie respektvoll und lösungsorientiert austragen. Wie Sie Spannungen schon an kleinen Signalen erkennen, lesen Sie auch in meinem Impuls Konflikte in der Arztpraxis frühzeitig erkennen.
Wenn Konflikte zu spät erkannt werden
Oft werde ich erst gerufen, wenn die Spannungen den Praxisalltag bereits prägen: Die Inhaber:innen verstehen sich nicht mehr, das Team leidet spürbar mit, und auch Patient:innen nehmen die Unruhe wahr. Dann geht es manchmal nur noch darum, den Prozess so zu moderieren, dass beide Seiten möglichst ohne großen Schaden auseinandergehen. Das ist möglich – aber deutlich aufwändiger als eine gute Klärung zu Beginn.
Früh handeln zahlt sich aus
Wer früh klare Absprachen trifft, Werte und Prioritäten miteinander teilt und lösungsorientiert kommuniziert, legt die Basis für ein motiviertes Team, zufriedene Patient:innen und eine Partnerschaft, die auch schwierige Phasen übersteht. Der Aufwand am Anfang ist klein gegen den Preis eines Konflikts, der zu lange gewachsen ist.
Wenn Sie gerade eine Gemeinschaftspraxis planen oder aufbauen, unterstütze ich Sie gern dabei, die richtigen Fragen früh auf den Tisch zu bringen. Einen kompakten Einstieg gibt Ihnen das Whitepaper „Praxispartnerschaft, die funktioniert”; für ein persönliches Gespräch erreichen Sie mich über das Kontaktformular.


